„Johann Georg Grasel – Spurensuche in der Gegenwart“
FILM-PRÄSENTATION IM „KINOPTIKUM“
Eggenburg/Waldviertel/Südmähren.
Rechtzeitig zur 190. Wiederkehr der Hinrichtung des legendären
Waldviertler „Räuberhauptmanns Grasel“ (1790 – 1818) am 31.1.2008 wurde
das Filmprojekt der PUSCHPRODUCTIONS „Johann Georg Grasel – Räuber ohne
Grenzen – Spurensuche in der Gegenwart“ fertig gestellt.
Die
„Dokumentation mit Spielszenen“ versteht sich als Vorbote der NÖ
Landesausstellung 2009, um die faszinierende Region
Horn-Raabs-Südmähren bekannter zu machen.
Das
Land NÖ unterstützte das Projekt mit 30,000.-€. Den Rest von 60.000.-€
trugen die Produzenten Dr. Wolfgang A. Schuhmayer und Andrij Puluj zu
gleichen Teilen.
Als Präsentationsort wurde das „Kinoptikum“in Eggenburg
gewählt, da es in einzigartiger Weise Filmgeschichte zelebriert und im
Projekt die Stadt Eggenburg ein besonders initiativer
Kooperations-Partner war.
Präsentation für Medien, Schauspieler & Förderer (nur geladene Gäste)
Datum: Donnerstag, 14.8.2008
„FILMFÖRDERUNG IST KULTURFÖRDERUNG“
St. Pölten /Eggenburg. Zunächst darf ich Ihnen und den Projektbetreibern die herzlichsten Grüße und besten Wünsche des Hrn. Landeshauptmanns Dr. Erwin Pröll überbringen, in dessen Vertretung ich an dieser Veranstaltung teilnehme. Das Land Niederösterreich war mit 30.000.-€ der größte Unterstützer dieses Projektes rund um das Leben des legendären Räuberhauptmanns Johann Georg Grasel, dessen Hinrichtungstag sich heuer zum 190. Male jährte.Aus der historischen Situation heraus wurde Grasel früher als eine Art Robin Hood verehrt. Die Geschichten über ihn nahmen ein solches Ausmaß an, dass sogar behauptet wurde, er könnte sich an zwei Plätzen gleichzeitig aufhalten. So schafften sich die unterdrückten Menschen ein Symbol des Widerstandes, obwohl das keineswegs dem tatsächlichen Leben des Räubers Grasel entsprach. Erst die Tätigkeit der Geschichtsforscher wie etwa des bekannten Heimatforschers Prof. Mag. Harald Hitz vom Waldviertler Heimatbund oder der Juristen Prof. Platzgummer sowie Prof. Brandstetter trugen bei, dass dieses irrationale Idolbild auf den Boden der Realität zurück gebracht wurde. Ein weiterer Mosaikstein in diesen Bemühungen, eine historisch interessante Geschichte aufzuarbeiten, ohne eine Verbrecherlaufbahn zu verherrlichen, ist nun dieser neue Dokumentarfilm.
Interessant ist hier nicht zuletzt der geografische Lebens-Bogen des in Neu-Serovitz in Mähren geborenen Johann Grasel, der sich – wie das Gebiet der nächsten Landesausstellung 2009 – von Mähren bis ins nördliche Niederösterreich erstreckte. Anders als in Österreich war der Begriff „Grazel“ bei unseren nördlichen Nachbarn jedoch immer schon eine Bezeichnung für „Halunke“. Das Andenken war dort nie von heldenhaften Elementen geprägt. Man darf gespannt sein, wie es dem Film gelingt, den Bogen zwischen diesen beiden „Erinnerungs-Kulturen“ zu spannen.
Das Land Niederösterreich hat bei seinen Bemühungen zur Kulturförderung - nicht erst seit dem Oscar des Österreichischen Regisseurs Ruzovitzky - die Bedeutung des Mediums Films längst erkannt und sich voll dafür eingesetzt. Die NÖ-Filmförderung stellt sich dabei als ein bewusst unkompliziertes und unbürokratisches Konzept dar, das erst im Vorjahr neu überarbeitet wurde. Bedingung ist die Vorlage exakter Budgets und die enge Kooperation mit der Kulturförderstelle. Es geht immer um Projekte, die für das Land NÖ von kulturell-wirtschaftlicher Bedeutung sind. In diesem Sinne könnte man diesen Film auch schon als einen ersten Vorboten der Landesausstellung 2009 betrachten, die geografisch ebenfalls den Raum Mähren-Waldviertel umfasst.
Landtagspräsident LAbg. Bgm. Herbert Nowohradsky
Neusiedler Straße 303, A-2182 Palterndorf
Tel.: 02533 89226, Fax: 02533 89226-4
Mobil: 0664 5021062
E-Mail: herbert.nowohradsky@noel.gv.at
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„BLICK IN DIE VERGANGENHEIT“
Linz/Gars/Eggenburg. Ein Thema, das bereits rund 200 Jahre zurück liegt, stellt immer eine besondere Herausforderung da. Der Film soll ja nicht nur einfach die Realität 1:1 abbilden, sondern eine Art Blick in die Vergangenheit gewähren.Im gegenständlichen Fall wurde das herkömmliche Standardschema eines Dokumentationsfilms mit der Anordnung von Film + Sprecherkommentar verlassen und um zwei Elemente bereichert. Zum Einen die Figur des Grasel selbst, der – beginnend in seinem Geburtsort Neu-Serovitz – zu interessanten Stationen seines Lebens führt, die mit einer Ausnahme frei zugänglich sind, so man auf seinen Spuren oder den Spuren des Films wandeln möchte. Zum Anderen die Anreicherung der Erzählung mit szenischen Auflösungen, die den Blick in Geschehnisse und Situationen gewähren, wie sie damals stattgefunden haben könnten. Dieses Stilmittel gilt heute mittlerweile im modernen, historischen Dokumentarfilm– zumindest im Ausland - als einer der Standards. Der Film will nicht belehren, sondern neugierig machen.
Gedreht wurde zum Großteil im Frühjahr und Sommer 2007, essentielle Nachdrehs wie der Ballonflug mit seinen jahreszeittypischen „nebeligen“ Naturaufnahmen oder die Winterstimmung (Grasel wurde im Jänner 1818 hingerichtet) folgten im Herbst 2007 bzw. Jänner 2008. Geografisch erstreckte sich das Drehgebiet von Neu-Serovitz bei Mährisch Budwitz über das mährisch-österreichisch Grenzland und Slavonice/Zlabings, Fratres, die Kibitzhöfe, Autendorf, Drosendorf, Raabs bis nach Horn. Umfasst auf Österreichischer Seite also im Wesentlichen das Nordöstliche Waldviertel.
Das Budget repräsentierte insgesamt einen Wert von knapp 90.000.- € von denen die Kulturförderung des Landes Niederösterreich dankenswerter Weise 1/3 übernahm. Sponsoren aus der Wirtschaft konnten nicht gewonnen werden, da von dieser Seite Werbemöglichkeiten gefordert wurden, die das Projekt nicht ermöglicht hat. An dieser Stelle aber eine abschleißende Dankadresse an die Firma Pollmann aus Karlstein, die mit der Sponserung des Ballonfluges einen wichtigen Beitrag geleistet hat. Wesentlich unterstützt wurde das Projekt von der Lokalpolitik und relevanten Sachleistungen der Gemeinden Eggenburg und Raabs, dem Krahuletz- und dem Grasel-Museum sowie der Hoyosschen Gutsverwaltung.
„WER WAR JOHANN GEORG GRASEL?“
Gars /Eggenburg. Diese Frage stellten sich in den letzten Jahrzehnten Historiker, Juristen und zahlreiche Literaten. Das Ergebnis sind Sammlungen von Dokumenten, Gerichtsakten, Abbildungen und Erzählungen sowie Theaterstücken. Ein Dschungel aus Überlieferung, Heroisierung, Dichtung und Wahrheit, in dem allerdings die Person des Johann Georg Grasel häufig sehr polarisiert dargestellt wird. Das Volkstum hat ihn fälschlich verherrlicht. Juristen seine Hinrichtung gleichsam als Justizirrtum interpretiert.Der vorliegende Film versucht, Schlaglichter des Lebens von Johann Georg Grasel darzustellen, wie er es selbst erlebt, selbst gefühlt haben könnte. Dazu gehört die Kindheit im Verbrechermilieu, die kriminelle Prägung, die Zugehörigkeit zu einer schwerst geächteten Gesellschaftsschicht, die Unfähgikeit, sich daraus zu befreien. Aber auch das Talent und die Intelligenz, lange Zeit als flinker, redegewandter, bestens gekleideter frauenbetörender Gentlemaneinbrecher durchs Verbrecherleben zu gehen, Netzwerke und Nachrichtensysteme aufzubauen, sich die Dummheit und Eitelkeit andere zu Nutze zu machen. Gerne nannte er sich „den feschen Hans-Jörgl“ und tatsächlich suchte man stets fälschlich nach einem grimmigen Räubergesellen und nicht nach einem gut gekleideten Bonvivant.
Zunehmender Alkoholismus und die damit verbundenen Persönlichkeitsveränderungen setzten allerdings im Laufe der Jahre zunehmend weniger charmante Wesenszüge frei. Die Bluttaten häuften sich. In seinen späteren Aussagen (unter Androhung von Folter) beteuerte Grasel immer die fehlende Tötungsabsicht, tastsächlich muss Alkohol aber enorme kriminelle Energien freigesetzt haben, die Anlass und Ausmaß seiner Gewalttaten in jenem Missverhältnis erscheinen lassen, dass auch zu seiner Verurteilung führte. Mit Sicherheit hat Grasel wie jeder Profi-Verbrecher bei den Vernehmungen nur so viel gestanden wie man ihm beweisen konnte und das war herzlich wenig. Es ist auch anzunehmen, dass er versucht haben mag, durch seine „Kooperationsbereitschaft“ dem drohenden Strang zu entgehen. Wer sich mit dem Thema Folter beschäftigt hat, weiß auch, dass Aussagen unter Androhung von Folter nur geringen Wahrheitswert haben.
Tatsächlich endet Grasel nachdem die meisten seiner Spießgesellen verhaftet worden waren, letztlich als ein Häufchen Elend. Mangelnder Erfolge als Räuber – in seinem letzten Jahr stiehlt er angeblich gerade einmal drei Schweine - lassen ihn rasch verarmen. Ohne Geld verlassen ihn so gut wie alle Freunde. Er bekommt nirgendwo mehr Unterschlupf, kein Quartier, endet als gehetztes Wild. Durch eine List wird er überwältigt und verbringt seine letzte „Waldviertler Nacht“ im Kerker des Turmes von Schloss Horn. Sein Leben und alle Untaten haben sich nicht „rentiert“. An diesem Originalschauplatz endet er auch im Film. Dieser klingt mit berückenden Jännerbildern, dem Monat seines Todes, aus.
Den Weg Grasels im Film flankieren wunderschöne Aufnahmen der Region Südmähren-Waldviertel in beständigem Dialog mit dem Schubert’schen „Rosamundenquartett“ in der Interpretation des Artis-Quartetts Wien.
Die eingangs gestellte Frage wird auch dieser Film nicht schlüssig beantworten und will keinesfalls belehren. Er versteht sich als ein Mosaikstein im Konzert jener, die sich mit der Person und den Lebensumständen dieser historischen Figur auseinandersetzen, ohne den Verlockungen einer Romantisierung zu verfallen.
Was der Film aber sicher vermag, ist, den BetrachterInnen die Reize einer ganz besonderen und zutiefst romantischen Landschaft Europas nahe zu bringen und über die Geschichte vom Räuber in der Erinnerung zu verankern.
In diesem Sinne versteht sich der Film als Mittler im Sinne der Landesausstellung 2009 und wird in der Folge Deutschsprachigen TV-Anstalten – erste Gespräche laufen bereits – angeboten werden. Zur besseren wirtschaftlichen Nutzung ist auch an einen Verkauf auf DVD in den regionalen bzw. NÖ Museen gedacht.
Dr. Wolfgang A. Schuhmayer
puschproductions/MedCommunications GmbH
Schillerstr. 163, 3571 Gars
Tel.: 0699.8129.8629
E-Mail: intmedcom@gmail.com
www.puschproductions.at
Weitere Informationen unter:
www.puschproductions.at
www.v-p-c.at (Pressemeldungen)
Andrij P. Puluj
Film- & TV-Produzent
puschproductions/Puluj Filmproduktion
4060 Leonding, Hainzenbachstr 98
T: +43 732 677000-0, E-Mail: office@puluj.at
Weitere Informationen zum Film-Projekt: