09.10.2008
"MÄDCHENSPRECHSTUNDE"
Pressekonferenz des
Berufsverbandes Österr. GynäkologInnen (BÖG)

„Hemmschwellen – Daten & Fakten“
DSA Mag.a Bettina Weidinger, Institut für Sexualpädagogik
„Sexfalle Internet“
Mag. Wolfgang Kostenwein, ISP
„Teenagerschwangerschaft“
Prim.a Univ. Prof.in Dr.in Petra Kohlberger, Semmelweisklinik
„Juristische Aspekte im Umgang mit Jugendlichen “
Mag.a Martina Staffe, BM für Gesundheit, Familie & Jugend
„Die neue Mädchensprechstunde“
Dr. Michael Elnekheli, Präsident d. Berufsvbd. Österr. GynäkologInnen

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HEMMSCHWELLEN – DATEN & FAKTEN
Die detaillierte Diskussion dieses Themenkomplexes würde den zur Verfügung stehenden Raum deutlich überbeanspruchen. Daher werden vier Themen kurz beleuchtet. Wir arbeiten als Institut für Sexualpädagogik im Bereich der Beratung zum Thema „Sexualität“ mit Kindern, Jugendlichen, aber auch - meist behinderten – Erwachsenen. Darüber hinaus verwalten wir die Fragen der Internet-Beratungsplattform www.kurier.at/kult, die täglich bis zu 13.000 Zugriffe verzeichnet. Geleitet wird das Institut von Kollegen Kostenwein und mir.
Schon immer hat die Frage bewegt, wann Jugendliche die erste Koituserfahrung haben. Hier bedienen wir uns eines statistischen Systems, das die Mit-Zählung der „Nein-Stimmen“ sicherstellt, die bei der Errechnung der Mittelwerte herausfallen und den Schnitt daher grob verfälschen. Die vorliegenden Ergebnisse umspannen eine Befragung an rund 1.500 Jugendlichen.
Bis zum Alter von 14 Jahren hatten nicht mehr als rund 10% aller Befragten Koituserfahrung. Ab 14 Jahren waren es rund 25%. Mit 15 Jahren beantworteten 41% der Mädchen und 30% der Burschen die Frage mit „Ja“. Mit 16 lagen beide Geschlechter um die 50%, mit 17 bejahten 78% der Mädchen und 65% der Burschen – siehe Abbildung.
Tatsächlich hat sich diese Situation während der letzten 15 Jahre nicht grundlegend verändert. Allerdings stellen Veröffentlichungen immer eine gewisse Gefahr da, weil sie in Jugendlichen tatsächlich eine Art Leistungsdruck erzeugen, dem sie dann zu entsprechen versuchen. Dieser Mediendruck führt vielfach auch zu einer Entkoppelung der Sexualität nicht nur vom Faktor Liebe, sondern auch vom Faktor Lust. Sexualpraktiken wie Analverkehr werden beispielsweise trotz schmerzhaften Erlebens umgesetzt, weil sie für „normal“ gehalten werden . . .
Gesprochen wird über das Thema Sexualität hauptsächlich mit anderen Jugendlichen, gefolgt von Mutter, Freund/in, Lehrer oder Geschwistern. ÄrztInnen spielten hier mit unter 10% bislang keine nennenswerte Rolle.
Auf Basis von 2.846 Internet-Anfragen stellten wir einen Katalog der häufigsten Themen zusammen, die genannt werden. Die Sorgen der männlichen Befragten drehten sich sehr stark um Sexualaufklärung, - Beratung und Kennenlernen, während die Mädchen bei Beziehung, Kontrazeption und Schwangerschaft dominierten. Eine nur geringe Rolle spielten HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen, wobei allerdings das Thema HIV speziell bei 10-Jährigen das einzige ist, was zur Sexualität spontan genannt wird.
Als Informationsquellen dienen Gespräche, Zeitschriften, die Schule, das TV sowie Bücher und Broschüren. Aktuell steigend sind pornografische Mini-Clips, die per SMS weiter geschickt werden. Das Verblüffende im Zusammenhang mit den Informationsquellen liegt darin, dass sogar Dinge, die rein anatomisch nicht vorstellbar sind (Mann versenkt Kopf in Scheide) als „möglich“ erachtet werden. Das führt zu völlig falschen Vorstellungen wie Sexualität in der Praxis umzusetzen wäre. Das heißt, trotz „Medienzeitalters“ sind die Jugendlichen keineswegs in der Lage, das Angebotene zu gewichten oder realistisch zu beurteilen. Insofern hat die „Aufklärung“ völlig versagt, da Sexualität vor allem leistungsorientiert mechanistisch aufgefasst wird und Begriffe wir Lust oder Liebe nicht assoziiert werden.
(Exakte Zahlen siehe elektronische Beilage auf CDRom)
Mag. Bettina Weidinger
Österreichisches Inst. f. Sexualpädagogik (ISP)
1190 Wien, Sollingerg. 23/22
Tel.: +43 – (0)1 – 328 6630
Mail: team@sexualpädagogik.at
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„SEXFALLE“ INTERNET
Grundsätzlich handelt es sich bei der heranreifenden Sexualität für Jugendliche um ein so genanntes „Abgrenzungsthema“, mittels dem sie sich allmählich von ihren Eltern abkoppeln. Eine Entwicklung, die völlig natürlich und in diesem Sinne unbedenklich ist.
Neben dem Freundeskreis spielen bei den Mädchen als Informationsquelle Printmedien und bei den Burschen pornografische Filme - und damit verbunden das Internet - die führende Rolle, da es ideale Voraussetzung hinsichtlich einer ungestörten Privatsphäre mit völliger Anonymität bietet.
Über mehrere Jahre beobachten wir hier die steigende Bedeutung des Faktors Internet. Unsere letzte, aktuelle Studie weist „Pornografie“ bei Burschen zu 50% und bei Mädchen bereits zu 11% als sexuelle Informationsquelle aus. Problematisch ist nicht nur die unkontrollierte Verfügbarkeit, sondern auch die mangelnde Kritikfähigkeit in Bezug auf jede Art der gebotenen „Information“.
Darüber sehen wir aber eine ganz bestimmte, höchst alarmierende Entwicklung. Die stereotype, rein schematische Darstellung von sexueller Begegnung als eine Sammlung pornografisch-mechanistischer Praktiken kann zu einer weitgehenden Entkoppelung von den eigenen emotionalen oder körperlichen Bedürfnissen führen. So weit, dass es zu einer völligen Umstrukturierung der sexuellen Annäherung kommt.. Lag früher vor der Ausübung von oralem Sex ein intensives Kennenlernen, wird er heute als eine Art „Must“ verkannt. Noch extremer wird die „Handschrift der Pornoindustrie“ beim Thema „Analverkehr“, der zunehmend auch für Jugendliche eine ähnlich „selbstverständliche“ Bewertung erhält.
Das alles wird nicht selten sogar dann praktiziert, wenn es zum Teil als „abstoßend“ oder „schmerzhaft“ erlebt wird. Getrieben vom Missverständnis, es würde eben „dazu gehören“ und wer nicht mitmacht, wäre nicht „normal“. Pornofilme werden damit zum handlungsleitenden Erfahrungshintergrund vieler Jugendlicher. Die Problematik besteht dabei nicht im Konsumieren von Pornos, sondern in der Überlagerung der Selbstwahrnehmung. Gefühle wie „angenehm, lustvoll, schön“, aber auch „schmerzhaft, abstoßend“ werden dann immer weniger wahrgenommen, was erneut zu einer verstärkten Handlungsorientierung an sexuell-medialen Vorgaben führt.
Ebenfalls durch Pornografie getriggert sind Veränderungen in den „Schönheitsidealen“. Die Intimrasur etwa folgte ursprünglich filmisch-fotografischen Notwendigkeiten einer besseren Darstellung. Sie zählt mittlerweile vielfach und trotz der häufigen Beschwerden, die sie verursacht, als ein Muss. Skurriler Weise sogar als „Hygienemerkmal“, weil der tatsächliche Sinn der Schambehaarung weder hinterfragt noch verstanden wird.
Eine noch extremere Variante verschobener „Schönheitsideale“ stellt eine neue „Medizinindustrie“ dar, die sogar Schamlippenkorrekturen propagiert. Vornehmlich Verkleinerungen der Schamlippen werden – und das nicht nur via Internet – dezidiert als „Schönheitsoperationen“ gepriesen und angeboten.
Die wesentliche Frage ist jedoch, wie man derartigen extremen Fehlentwicklungen sinnvoll und wirksam begegnen kann. Der Fachausdruck hierfür lautet „Vermittlung der emotionalen und körperlichen Kompetenz“. Damit meint man, die Fähigkeit, zum eigenen Körper zu stehen, körperlich und emotional schmerzhafte Wünsche des Sexualpartners zurückzuweisen sowie die eigenen Sehnsüchte zu formulieren, und ihnen bewusst Raum zu geben.
Hier schließt sich der Kreis zur „mädchensprechstunde“, denn die Voraussetzung für einen solchen Prozess ist, dass qualitativ hochwertige, kompetente Beratung als Grundlage einer solchen Körper und Emotions-Kompetenz niederschwellig – das heißt anonym, einfach und unkompliziert - verfügbar sein muss.
Mag. Wolfgang Kostenwein
Gesundheitspsychologe, klinischer Sexologe
Österreichisches Inst. f. Sexualpädagogik (ISP)
1190 Wien, Sollingerg. 23/22
Tel.: 0676 - 9407507
Mail: team@sexualpädagogik.at
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TEENAGERSCHWANGERSCHAFT
Wenn wir von diesem Thema sprechen, ist es zunächst wichtig, den Begriff zu definieren. Die internationale Definition versteht darunter die Schwangerschaft bei 15 – 19-jährigen. Eine Konzeption vor dem vollendeten 14. Lebensjahr erfüllt formaljuristisch den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs und ist im Sinne einer polizeilichen Anzeige streng meldepflichtig.
Seitens der UNFPA (United Nations Population Fund; Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen) gilt der Wert der Teenagerschwangerschaften berechnet auf Geburten pro 1.000 Frauen als offizieller Gesundheitsindikator im Sinne von „sexueller Gesundheit“ oder „Sexualhygiene“. Je höher dieser Wert, desto ungünstiger die Beurteilung.
Österreich schneidet in dieser Bewertung mit dem Wert 11 am Schlechtesten von allen westlichen Industrieländern Europas ab. Im Vergleich dazu liegt Deutschland bei 9, die Schweiz bei 4 und Frankreich gar nur bei 1. Ähnliche und schlechtere Werte finden sich in Europa nur bei den so genannten Reformstaaten. So liegt die Tschechische Republik gleichauf mit Österreich und Bulgarien etwa gar bei 41. Quelle dieser Zahlen ist der offizielle UN-Weltbevölkerungsbericht 2007.
Nicht zu verwechseln ist dieser Wert mit der Zahl der Schwangerschaftsabbrüche, zu denen es natürlich keine verfügbaren Zahlen gibt. Man geht allerdings davon aus, dass sie bei Ländern mit ähnlichen Gesellschaftssystemen in vergleichbaren Relationen liegen.
Bei der Interpretation könnten diese Werte theoretisch mit der gesellschaftlichen Akzeptanz gegenüber der Schwangerschaft einer Minderjährigen gedeutet werden. Aus medizinischer Sicht können wir aber sehen, dass es der niedrigschwellige Zugang zu Verhütungsmitteln ist, der hier eine wichtige Rolle spielt. In Österreich handelt es sich mit Ausnahme des Kondoms bzw. spermizider Gleitcremes oder Vaginalsuppositorien um verordnungspflichtige Präparate. Im Vergleich dazu ist die „Pille danach“ in Frankreich ein frei verfügbares OTC-Produkt. Ähnlich auch die Situation in den Niederlanden.
An dieser Stelle eine wichtige Anmerkung. Bewusst oder unbewusst oder emotional bedingt gibt es die Fehlauffassung, die Pille danach würde eine Art „chemischer Abtreibung“ darstellen. Das ist falsch. Sie verhindert den Eisprung. Eine etwaige bereits bestehende Schwangerschaft erleidet keinen Schaden.
Vor diesem Hintergrund zeigt sich deutlich die Wichtigkeit aller Initiativen die zu einem natürlichen, entstigmatisierten Umgang mit sexueller Gesundheit beitragen wie sie die „mädchensprechstunde“ darstellt. Allerdings stellen wir auch fest, dass innerhalb der Familien dieses Thema noch immer stark tabuisiert und auf die Schule „abgeschoben“ wird.
(Zahlenquelle siehe elektronische Beilage auf CDRom)
Prim. Univ.Prof.Dr. Petra Kohlberger, MSc
Abteilungsvorständin, Semmelweis-Frauenklinik der KAR
AT-1180 Wien Bastiengasse 36-38
Tel: +43 1 47615 1308 , Mail: petra.kohlberger@wienkav.at
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JURISTISCHE ASPEKTE
In der Arbeit mit Jugendlichen sollten - letztlich von jeder Ärztin/jedem Arzt – einige wichtige Dinge gewusst werden, die insbesondere mit dem Feststellen einer Schwangerschaft bei Minderjährigen von gesteigerter Bedeutung sind. Man kann hier in Faktenwissen zum Umgang mit Minderjährigen und in die Verpflichtung zur sekundären Reaktion (Meldepflicht) trennen.
Wie alt ist das Mädchen wirklich? – Als Grundlage dient im Wesentlichen die „e-card“. Wer ganz sicher gehen möchte, kann sich zusätzlich einen Lichtbildausweis zeigen lassen, da theoretisch eine fremde „e-card“ vorgezeigt werden könnte.
Das Mädchen ist unter 14 - Grundsätzlich ist per Gesetz der Sexualverkehr unter dem 14. Lj. verboten. Ist der Sexual-Partner ebenfalls unter 14 sind beide nicht strafmündig. Ein Altersunterschied von maximal 3 Jahren bei gleichzeitiger Freiwilligkeit hat ebenfalls keine strafrechtlichen Konsequenzen. Bei größerem Altersunterschied liegt der Verdacht nahe, dass die Unreife des Mädchens in Form eines sexuellen Missbrauchs ausgenützt wurde. Eine Mitteilung an das zuständige Jugendamt hat zu erfolgen.
Das Mädchen ist über 14 – Hier ist abzuklären, ob es sich um ein Opfer sexueller Gewalt handelt. Bei Verdacht sexueller Gewalt ist ebenfalls das zuständige Jugendamt zu verständigen.
Wer darf die Pille bekommen? – Mädchen ab 14 unter Vorlage der „e-card“ auch ohne elterliches Einverständnis. Das gilt auch für die „Pille danach“
Welche Einverständniserklärungen sind ggf. für einen Schwangerschaftsabbruch vonnöten? – Das Gesetz sieht hier ausdrücklich und alleine das „Einverständnis der Schwangeren“ vor und macht keinen Altersunterschied. Das heißt, ab 14 kann ein Mädchen dies ohne ihre Erziehungsberechtigten entscheiden, obwohl es minderjährig ist. Mit Sicherheit kann der Eingriff nicht ohne das Einverständnis der Betroffenen selbst erfolgen. Jedenfalls soll dem Mädchen die Gelegenheit zur vorhergehendenden psychosozialen Beratung etwa in einer Familienberatungsstelle gegeben werden.
Maga. Martina Staffe
Bundesministerium für Gesundheit, Familie & Jugend
Leiterin der Abtlg. Jugendwohlfahrt und Kinderrechte
1010 Wien, Franz Josefs Kai 51
Tel.: +43 – (0)1 – 71100 - 3269, Mail: martina.staffe@bmgjf.gv.at
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DIE MÄDCHENSPRECHSTUNDE
Der Berufsverband österreichischer Gynäkologen hat die Initiative „mädchensprechstunde“ ins Leben gerufen. Dahinter steht das Angebot österreichischer Gynäkologen und Gynäkologinnen junge Mädchen in die Praxis einzuladen, um ihnen die Möglichkeit zu geben diese kennen zu lernen, neutrale Information zu bekommen und für den Fall der Fälle eine Anlaufstelle zu wissen. Welche Informationsquellen zum Thema Sexualität nutzen Jugendliche? Gerade in der Pubertät ist der Zugang zur „Informationsquelle Eltern“ oft sehr schwierig.
Das Österreichische Institut für Sexualpädagogik ist nach einer Umfrage unter Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren zu dem Schluss gekommen, dass die Information zum Thema Sexualität bei den Mädchen überwiegend durch Printmedien, bei den Burschen durch das Internet gegeben ist. Diese Informationsquellen sind jedoch sehr stark von der gewählten Qualität abhängig und führen bei schlechter Auswahl häufig zu Fehleinschätzungen und Missverständnissen.
Den jungen Menschen fehlt die Erfahrung zwischen seriöser und unseriöser Information unterscheiden zu können. In der Folge werden unter Gleichaltrigen Behauptungen ausgetauscht, die häufig fern jeglicher Realität sind und zu absoluter Verwirrung beitragen.
Was sieht der Unterrichtsplan bezüglich Sexualkunde vor? Der Biologieunterricht sieht für die 11- und 14-jährigen Sexualunterricht vor. Der Unterrichtsplan ist aber bezeichnenderweise so aufgebaut, dass beim Themenschwerpunkt „Mensch“ die Sexualität ganz zuletzt zur Sprache kommt. Da reicht dann für manche Lehrer und Lehrerinnen die Zeit vor Schulende nicht mehr aus, um einen Aufklärungsunterricht zu halten. Es ist bedenklich, wenn Jugendliche unaufgeklärt in die Sommerferien entlassen werden, wo möglicherweise die erste Liebe wartet und die Unerfahrenheit in einer Teenagerschwangerschaft endet.
Dramatischer Anstieg von Schwangerschaften bei jungen Mädchen! Neulich gingen Zahlen durch die Presse, die einen drastischen Anstieg der Schwangerschaften bei Jugendlichen zeigten. Die genauen Zahlen zu diesem Thema sind kaum zu ermitteln, da Schwangerschaftsabbrüche in vielen Fällen anonym erfolgen. Jede einzelne Schwangerschaft in diesem Alter gilt es zu verhindern, weil sie in aller Regel ungewollt ist, und die Folgen für die Betroffenen besonders belastend sind. Mit einem Schlag werden tiefe Wunden in junge Seelen gerissen und Illusionen zerstört. Das hat weit reichende Folgen für die sexuelle und geistige Entwicklung eines jungen Menschen.
Die „mädchensprechstunde“ als Option rechtzeitiger Beratung und Aufklärung. Wenn aber die Beratung zum Thema Verhütung so früh ansetzt, dass jedes Mädchen mit einem Basiswissen ausgestattet ist und jedes Mädchen eine Anlaufstelle kennt, wo es kurzfristig und unkompliziert Information und Hilfe in der jeweiligen Situation bekommt, dann sollte es möglich sein diese Entwicklung zu stoppen. Idealerweise werden Pädagogen des Faches Biologie angesprochen, mit der Schulklasse das Angebot zu nützen. Gemeinsam mit den Freundinnen lässt sich die Hemmschwelle Ordination leichter überwinden. Das Informationsgespräch ist nicht an eine Untersuchung gebunden.
Mit der Basisinformation zum Thema Sexualität bzw. Verhütung und der Visitenkarte der Frauenärztin/des Frauenarztes in der Hand verlässt das Mädchen die Praxis und kann sich zu gegebener Zeit ohne Umwege wieder Rat holen. Gleichzeitig soll bei den Eltern das Bewusstsein geschärft werden, dass ein Informationsgespräch bei dem/der Gynäkologen/in selbstverständlich ist und nicht an eine Untersuchung gebunden sein muss.
Dr. Michael Elnekheli
FA f. Gynäkologie, Präsident des Berufsverbandes Österr. GynäkologInnen
1160 Wien, Thaliastr. 102/3/7, Telefon: 0043/1/481 21 21
Mail: michael.elnekheli@web.de
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FOTOS DER REFERENTiNNEN UND ILLUSTRATIONSFOTOS JEDERZEIT AUF ANFORDERUNG VERFÜGBAR
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