ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR WUNDBEHANDLUNG
JAHRESPRESSEKONFERENZ 2008

Donnerstag, 28.2.2008, 9.00h, RadioKulturhaus, 1040 Wien

Pressekonferenz

„Verbrennungen & aktuelle Innovationen“

„Neue Antibiotika revolutionieren Wundheilung“
AWA-Präsident Prim. Univ.-Doz. Dr. med. Rupert Koller
(Vorst. d. Abtlg f. Plast. -Chirurgie / Wilhelminenspital Wien)

“Sinnlose Amputationen vermeiden !“
AWA-Vizepräsident Univ.-Prof. Dr. med. Gerald Zöch
(Abtlg f. Chirurgie / Donauspital Wien)

„Verbandstoffe auf dem Prüfstand“
Prim. Dr. med. Friedrich Weyer
(Vorst. d. Abtlg. f. Plast. Chirurgie / LKH St. Pölten)

“Aktuelle Trends in der Verbrennungsbehandlung“
OA Dr. med. Thomas Rappl
(Klin. Abt. für Plastische Chirurgie, Univ.-Klinik für Chirurgie)

„Neuartiger Hautersatz bei Verbrennungen“
Univ.-Prof. Dr. med. Lars-Peter Kamolz
(Abtlg f. Wiederherstellende- & Plastische Chirurgie d. Med. Uni Wien)


Moderne Antibiotika revolutionieren Wundbehandlung!

Für die Betroffenen stellen chronische Wunden einen hohen Leidensdruck dar – die ständigen Schmerzen und die Notwendigkeit häufiger Verbandwechsel haben eine massive Einschränkung der Lebensqualität zur Folge. Auch in den medizinisch gut versorgten Industrieländern kommt es bei 5 Prozent der über 80-jährigen Menschen (lt. Statistik Austria rd. 7.000 Betroffene) zu chronischen Wunden, bedingt durch Diabetes, arterielle Verschlusserkrankung (so genannte „Schaufensterkrankheit“) oder genereller chronischer venöser Insuffizienz.

Die Verbandsstoffindustrie reagiert darauf mit der Entwicklung ständig neuer Produkte, sodass es selbst für in der Wundbehandlung Erfahrene oft schwierig ist, den Überblick zu wahren und Sinnvolles von Unnützem zu trennen.

Grundsätzlich aber haben die modernen Entwicklungen für die Betroffenen in der Regel positive Auswirkungen, da durch die in den letzten Jahren herausgebrachten Produkte vielfach die Anzahl der Verbandwechsel deutlich verringert werden konnte, was eine ambulante Behandlung außerhalb des Spitals erleichtert. Zusätzlich sind die durch chronische Wunden hervorgerufenen Schmerzen aufgrund feuchter Behandlungsmethoden verringert worden.

Die Behandlung von Wunden ist seit Jahrhunderten eine Domäne chirurgischer Fachrichtungen. Während früher das Dogma galt, dass eine langfristig offene Wunde von innen her abzuheilen hätte, muss man sich heute bei jeder chronischen Wunde die Frage stellen, ob nicht eine chirurgische Intervention eine deutliche Beschleunigung des Abheilungsprozesses erbringen würde. Die Plastische Chirurgie kann durch Hauttransplantation oder Gewebeverschiebung (Lappenplastik) wesentlich zur Verkürzung des Leidensweges der PatientInnen beitragen.

Voraussetzung dafür ist aber stets eine begleitende Antibiotikagabe, um die auf chronischen Wunden immer beheimateten Bakterien, die eine normale Abheilung stören, effektiv zu bekämpfen. Häufige Erreger sind Staphylokokken, seltener (aber um so gefährlicher) Streptococcus pyogenes, Clostridien sowie Vibrio vulnificus. Zunehmend treten auch resistente gramnegative Bakterien (Pseudomonas aeruginosa, Proteus vulgaris, Enterobacter cloacae u. a.) sowie Anaerobier der Bacteroides-Gruppe auf. (www.infektionsnetz.at)

Ein gutes Beispiel dafür sind die bei querschnittgelähmten oder bettlägerigen PatientInnen oft auftretenden Druckgeschwüre (Decubitus), die zwar stets mit Bakterien besiedelt sind, heute allerdings bei richtiger Indikationsstellung und unter begleitender Antibiotikabehandlung frühzeitig verschlossen werden können. Für die Betroffenen eine entscheidende Verbesserung der Lebensqualität. Und exakt hier hat es einen entscheidenden Fortschritt gegeben.

Das seit mehreren Monaten für Weichteilinfektionen zugelassene „Moxifloxacin“ (Avelox® - lt AMG Nennung nur in Fachmedien zulässig) aus der Gruppe der Fluorchinolone stellt sowohl für chirurgisch behandelte Infektionen im Weichgewebebereich als auch beim Verschluss chronischer Wunden das Mittel der Wahl dar, um eine effektive Behandlung mit rascher Abheilung zu gewährleisten.

So kann man mit Recht behaupten, dass die modernen Entwicklungen auf dem Sektor der Antibiotika Jahrhunderte alte Dogmen der Chirurgie revolutioniert und zu einem Paradigmenwechsel beigetragen haben.



Prim. Univ. Doz. Dr. Rupert Koller, AWA-Präsident 2007-2008
Vorst. d. Abtlg. f. Plastische & Wiederherstellungschirurgie
Wilhelminenspital der Stadt Wien, 1160 Wien, Montleartstr. 37
T: +43-1-49150-4501 & +43-664-366 5556; F: +43-1-49150-4509
E: rupert.koller@wienkav.at
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SINNLOSE AMPUTATIONEN VERMEIDEN

Einspielung Filmbeitrag: Gegenüberstellung Amputation 1900 im Vergleich zu heute. Sequenz aus „Greys Anatomy“, wo einem Patienten wegen eines vergleichsweise kleinen Ulcus am Fuß gleich der ganze Unterschenkel amputiert wird.

Wenn wir im Zusammenhang mit dem diabetischen Fuß den Begriff Amputation oder Major- Amputation verwenden, dann geht es hierbei um die Amputation des Unterschenkels. Weltweit verliert alle 30 Sekunden ein Diabetiker ein Bein.
Nicht selten ist im Hintergrund ursächlich beteiligt, dass die chronische Wunde vom Betroffenen nicht ernst genug genommen oder nicht ausreichend gut behandelt wurde. Noch immer müssen an 10% aller diabetischen PatientInnen derartige Amputationen
durchgeführt werden.

Das Risiko bei Diabetes eine Fußkomplikation zu erleiden, liegt bei 25%. Mehr als 70% aller nicht traumatisch bedingten Amputationen werden bei Diabetes durchgeführt. Betroffene jenseits des 70. Lebensjahres sind zu 77% postoperativ pflegebedürftig. Nach einseitiger
Amputation kommt es binnen 4 Jahren bei über 50% zum Verlust des zweiten Beines. Die perioperative Sterblichkeit liegt bei 15-25%. Nach 5 Jahren leben nur noch 27% der PatientInnen.

In den USA betragen die Kosten für die statonöäre Therapie des Diabetes 10,7 Mrd.US$ jährlich. 74% der stationären Behandlungskosten bei Diabetes entfallen auf die Therapie der Ulcera. Durch geeignete moderne Maßnahmen aus Prävention, Patientenschulung und multiprofessioneller Behandlung könnte sich die Zahl der Amputationen um bis zu 85% senken
lassen!

Prävention rechnet sich in jeder Weise! Die Behandlungskosten für diabetische Fußläsionen belaufen sich in Industrieländern auf bis zu 9% der Gesamtausgaben im Gesundheitswesen! Die Therapie einer solchen Fußläsion kostet über 3 Jahre 33.000.- - 40.000.-€. Die
Gesamtkosten nach Major-Amputation belaufen sich auf 60.000 – 65.000.-€. 77% davon entfallen auf Rehabilitation.
Und das in einem Land, das im internationalen Vergleich sehr wahrscheinlich recht gut liegt. Allerdings verhindert das Fehlen einer dem Krebsregister vergleichbaren Statistik die entsprechende Beweisführung.

Der Weg, diese Situation zu verbessern, ist ebenso klar wie einfach. Wundtherapie muss nach den modernen Standards erfolgen wie sie von der AWA vermittelt werden. Und nicht zuletzt muss der Bereich der Sekundär- und Tertiärprävention noch wesentlich mehr Beachtung finden als bisher. Und dafür ist es höchste Zeit, denn wir beobachten, dass die PatientInnen mit Fußläsionen
immer jünger werden. Mehr als 50% von ihnen sind schon jünger als 60!


Univ. Prof. Dr. Gerald Zöch, Generalsekretär der AWA, FA f. Plast. Chirurgie
Abtlg. f. Chirurgie, Donauspital, 1220 Wien, Langobardenstr. 122
Fon: (++43/1) 288 02-3302, Fax: (++43/1) 288 02-3380
E-Mail: gerald.zoech@wienkav.at
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VERBANDSTOFFE AUF DEM PRÜFSTAND

Eine wirtschaftliche Konsequenz der Schaffung der NÖ-Landeskliniken-Holding war, dass nunmehr 27 Krankenhäuser über einen einzigen Einkauf die benötigten Medikamente und Heilbehelfe beschaffen.

Naturgemäß ist es die legitime Aufgabe eines zentralen Einkaufs, vor allem auf den Kostenfaktor zu achten. Im Unterschied dazu ist die Medizin verpflichtet, die Interessen der PatientInnen zu wahren, damit der medizinische Nutzen im Sinne der Kosteneffizienz
ausreichend Berücksichtigung findet.

Aus diesem oftmals beschworenen Gegensatz haben wir in Niederösterreich eine synergistische Arbeitsgruppe entwickelt, in der Vertreter aus Verwaltung und Medizin mit großem Erfolg gemeinsam Verbandmaterialien bewerten und entscheiden, welche Produkte zur Verfügung stehen sollten.

Grundlage dieser Entwicklung war die so genannte „Wundbehandlungsgruppe“ im LKH St. Pölten, die sich für alle Abteilungen stellvertretende mit den Themen rund um die Wundheilung beschäftigt und entsprechende Empfehlungen gibt.
Welche Kriterien sind es aber nun, die bei einer solchen Auswahl berücksichtigt werden müssen? Folgende Begriffe sind von Bedeutung:

- Der richtige Verbandstoff zur richtigen Zeit
- Die richtige Größe im Sinne der Vermeidung von Material-Verschwendung
- Phasengerechte Versorgung, da jede Phase der Wundheilung spezielle Ansprüche stellt
- Beachtung des spezifischen Therapieziels – Wird Versorgung oder Heilung angestrebt?

Darauf waren allerdings weitere Schritte nötig, denn mit der Entlassung aus dem Krankenhaus darf es zu keinen Therapieunterbrechungen kommen. - Etwa durch die Weigerung der Sozialversicherung, das Verbandmaterial rückzuvergüten oder eine langwierige Beschaffungsprozedur. Denn das kann alle Bemühungen der Wund-Spezialisten binnen
weniger Tage zunichte machen.

Also begann ein Dialog mit der Sozialversicherung. Erschwerend war hierbei die Tatsache, dass unterschiedliche Krankenkassen ganz unterschiedliche Materialien erstatten. In Summe eine komplexe Thematik die sogar die differierenden Selbstbehalte inkludierte. Doch hier durfte der Dialog nicht enden, denn die richtigen Verbandstoffe müssen in der extramuralen Versorgung von Ärzteschaft, Pflege und Angehörigen auch richtig gehandhabt werden. Deshalb schulen wir laufend MitarbeiterInnen der verschiedensten Organisationen an speziellen Verbandstoffen. Hinzu kommen Schulungen, die eine standardisierte Dokumentation
des Behandlungs- und Heilungsverlaufes zum Ziel haben. Denn sowohl bei Erfolg als auch bei Misserfolg muss nachvollziehbar sein, was der Therapieplan warum oder wie erreicht hat.

Und mit diesem Stichwort eröffnet sich ein besonders weites Feld, denn zum Therapieplan gehören nicht nur bekannte Details wie Anamnese, Diagnose oder Lagerungsbehelfe, sondern auch Ernährungsempfehlungen oder die in Österreich noch relativ
neue „Fußganganalyse“. Dabei wird die Fußbelastung vermessen. Aufgrund des individuellen Belastungsprofils können daraufhin Einlagen oder Schuhe angefertigt werden, die etwa bei Diabetikern schon der Entwicklung von Druckgeschwüren vorbeugt.
In der Praxis ist zur Optimierung der Versorgung mit dem „richtigen Verbandstoff“ ein komplexes Regelwerk nötig, damit schließlich so eindrucksvolle Heilungserfolge gelingen wie sie aus meinen Bildern abschließend sehen können.


Prim Dr. Friedrich Weyer
Vorst. d. Abtlg. f. Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
Landesklinikum St. Pölten, 3100 St. Pölten, Probst Führerstr. 4
T: +43.(0)2742.300.16806; F: +43.(0)2742.300. 16819
M: friedrich.weyer@stpoelten.lknoe.at
www.stpoelte.lknoe.at

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AKTUELLE TRENDS IN DER VERBRENNUNGSBEHANDLUNG

Bereits vor einigen Jahren begannen grundlegende Veränderungen in der Behandlung von Verbrennungen, vornehmlich durch die Verfügbarkeit neuer Wundauflagen.

Als Beispiel für eines der ersten Matrixauflagen sei hier etwa stellvertretend Biobrane®
genannt. ‘Ein Silikonsheet mit einem darin verankerten Nylongewebe in einer 3- D Struktur, an
die Kollagenpeptide gebunden sind.

Eine weitere Verbesserung stellte der Einsatz von Silber als Bestandteil von Wundauflagen dar. Das potenteste Produkt dieser Gruppe ist Acticoat®. Hier macht man sich ein Prinzip zunutze, das grundsätzlich bereits seit der Zeit der alten Ägypter bekannt ist, die schon damals mittels eingeworfener Silbermünzen ihre Trinkwasserbrunnen keimfrei hielten. Eine der besten Innovationen namens Versajet® (Smith & Nephew) haben wir an der Grazer Universitätsklinik anhand einer Studie untersucht und dazu Ende 2007 publiziert (Originalarbeit auf der PK-CD-Rom verfügbar).

Es handelt sich dabei um ein so genanntes Hydrochirurgie-System, das durch starke Verbesserungen eine “alte” Idee zur Praxisreife gebracht hat. Vereinfacht gesprochen ersetzt dabei ein Hochgeschwindigkeitsstrahl das chirurgische Schneidegerät. Die
Maximalgeschwindigkeit dieses haardünnen Wasserstrahls liegt fast bei unvorstellbaren 1.100km/h. Das entspricht bei Land-Fahrzeugen Geschwindigkeitsrekorden, die nur mittels Düsentriebwerks erreichbar sind.

Gleichzeitig mit der mikrofeinen Anwendung des Wassers wird das dabei entfernte Material mit einem Sauger entfernt, sodass das Operationsgebiet immer gut einsehbar ist. Einer der besonderen Vorteile liegt in der Möglichkeit beim so genannten Debridement (Abgtragen nekrotischen Gewebs-Materials)sehr präzise und schichtgenau zu arbeiten. Frühzeitiges Débridement
und eine tiefenspezifische Deckung sind der derzeitige Standard in der chirurgischen Verbrennungsbehandlung.

Die spezifischen Vorteile des Versajet-Systems® liegen in der Behandlung zweitgradiger Verbrennungen.
Vor allem die Behandlung schwieriger und schwer zugänglicher Areale stellt eine Indikation zur Verwendung des Versajets® dar. Vor allem bei großflächigen Verbrennungswunden gilt es, vitales Gewebe zu erhalten beziehungsweise zu schonen.

Im Gesichtsbereich (Lippen, Augenlider etc.) können Abtragungen auf präzise Art und Weise schichtweise durchgeführt und somit gesundes Gewebe geschont werden. Weiters ist auch die Qualität der Nekrosektomie im Handbereich (Finger, Interdigitalräume etc.) durch die Verwendung dieses Systems erheblich verbessert. Somit können konvexe Flächen gleichmäßig abgetragen
und Konkavitäten exakt auskürettiert werden.

Durch die Verwendung des Hydrochirurgiesystems können diese Regionen effektiver als mit herkömmlichen Methoden behandelt und débridiert werden. Durch die schichtweise Abtragung wird gesundes Gewebe sofort erkannt und kann dadurch bestmöglich geschont werden. Auch eine intraoperative Diagnosestellung der Verbrennungstiefe ist dadurch gegeben. Aufgrund dieser Vorteile ist das Versajet®-System zu einem Standardverfahren – nicht nur in der Verbrennungschirurgie an unserer Abteilung – geworden.


OA Dr. Thomas Rappl, FA f. Plast. Chirurgie
Univ.-Klin. f. Chirurgie MUGraz, Klin. Abt. für Plastische Chirurgie
8036 Graz, Auenbruggerplatz 29
Telefon: (+43 316) 385-4685, Fax: (+43 316) 385-4690
E-Mail: thomas.rappl@klinikum-graz.at

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NEUARTIGE UNTERHAUTMATRIX BEI VERBRENNUNGEN

Das Zentrum für Schwerbrandverletzte im Wiener AKH ist das größte Brandverletzten-Zentrum Österreichs. Jährlich werden rund 200 schwerbrandverletzte Patienten im Wiener AKH chirurgisch behandelt.

Da immer Patienten auch sehr schwere Verbrennungen überleben, richtet sich das Augenmerk der Behandlung nicht mehr nur auf das Überleben allein. So kommt der Wiederherstellung der Lebensqualität immer größere Bedeutung zu. Diese wiederlangte Lebensqualität ist sehr eng mit der wiederlangten Funktionalität und Ästhetik verbunden. Entscheidend hierfür ist eine optimale Rekonstruktion der Haut.

Bisher wurden hierfür häufig Matrices verwendet, deren Nachteil es jedoch war, daß diese Methoden ein zweizeitiges Verfahren verlangten. In einer Operation wurde die Matrix auf die Wunde aufgebracht und dann in einer weiteren Operation die eigentliche Spalthaut.

Matriderm®, ein innovatives Europäisches Produkt, das in Deutschland erfunden und entwickelt wurde, bringt hier wesentliche Verbesserungen, da beide Schritte in einer einzigen Operation durchgeführt werden können.

Was aber soll man sich unter einer Matrix vorstellen? Es handelt sich dabei um einen Unterhautersatz, der aus einer Art Gittergerüst besteht. Die Materialien dieser Struktur sind Kollagen und Elastin wie sie grundsätzlich auch in der menschlichen Haut vorkommen – im Falle von Matriderm® handelt es sich um Kollagen, das aus der Rinderhaut gewonnen wird.

Die kollagene Gitterstruktur dient dabei gleichsam als „Wegbereiter“ für das Einwachsen körpereigener Zellen mit nachfolgender Gefäß- und Nerveneinsprossung. Hat die Matrix ihre „Schuldigkeit getan“, löst sie sich in der Folge des weiteren Heilungsprozesses auf und macht den natürlichen Hautstrukturen Platz.

Wir dienen in Österreich als DAS und in Europa als EINES der Referenzzentren für diese neue Methode und haben daher Österreichweit nicht nur die größte Erfahrung sammeln können, sondern verfügen auch schon über, in Studien publizierten, Langzeitergebnisse.

Wir behandeln am AKH mit dieser Kollagen-Elastin-Matrix vor allem schwere Handverbrennungen, da diese gerade von einer optimalen Ästhetik und Funktionalität profitieren.

Die wesentlichen Vorteile dieser neuen Methode liegen nämlich für uns in einer verbesserten Elastizität der Haut und damit einem natürlicheren, ästhetisch ansprechenderen Erscheinungsbild mit besserer Funktionalität, da so genannte Kontrakturen und unschöne Narben eher vermieden werden können.


Univ.-Doz. Dr. Lars-Peter Kamolz
Leiter der Station für Schwerbrandverletzte
Klin. Abtlg. f. Plastische und Rekonstruktive Chirurgie
(Leiter: o. Univ. Prof. Dr. M. Frey)
Univ. Klin. f. Chirurgie d. MUW
AT-1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20
T: +43.(0)1.40400. 69 86; F: +43.(0)1.40400. 69 88
M: lars-peter.kamolz@meduniwien.ac.at
Verbrennungs-Hotline: 01/ 40400 6860

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